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Lohnfertigung: Wann sich ein externer Fertigungspartner rechnet

Veröffentlicht am 22. August 2026

Fertigung von Stahlbaugruppen bei Tomasic Engineering

Wer Bauteile extern fertigen lässt, tut das selten aus Bequemlichkeit. Meistens steht eine konkrete Situation dahinter: Die eigene Fertigung ist ausgelastet, eine bestimmte Technik fehlt im Haus, oder ein Auftrag kommt so kurzfristig, dass er intern nicht mehr unterzubringen ist. Ob Lohnfertigung dann die richtige Antwort ist, hängt an ein paar Punkten, die sich vorab klären lassen.

Wir fertigen seit 1994 Stahl- und Edelstahlkonstruktionen, sowohl für unsere eigenen Anlagen als auch als reinen Lohnauftrag. Dieser Beitrag fasst zusammen, was den Unterschied zwischen einer reibungslosen und einer zähen Zusammenarbeit ausmacht.

Was Lohnfertigung bedeutet

Bei der Lohnfertigung übernimmt ein externer Betrieb die Herstellung von Bauteilen oder Baugruppen nach Ihren Vorgaben. Die Konstruktion bleibt bei Ihnen, ebenso das Produkt und die Verantwortung dafür. Der Fertiger liefert die Fertigungskapazität, die Technik und das Personal.

Daneben kursieren mehrere Begriffe für dasselbe oder für Teilaspekte. Auftragsfertigung wird meist synonym verwendet. Baugruppenfertigung beschreibt den Fall, dass aus Einzelteilen eine montierte Einheit entsteht. Von einer verlängerten Werkbank spricht man, wenn der Fertiger dauerhaft und eng eingebunden ist, oft mit eigenen Vorrichtungen für einen bestimmten Kunden.

Wann sich Lohnfertigung rechnet

Der häufigste Fall sind Auslastungsspitzen. Eine eigene Fertigung wird auf die normale Grundlast ausgelegt, nicht auf den Ausnahmemonat. Wer für Spitzen zusätzliche Maschinen und Leute vorhält, zahlt das den Rest des Jahres mit. Ein externer Partner federt genau diese Ausschläge ab.

Der zweite Fall ist fehlende Technik. Ein Betrieb, der überwiegend zerspant, hat selten eine ausgelegte Schweißfertigung samt Schweißaufsicht und Zertifizierung. Für ein paar Baugruppen im Jahr lohnt sich der Aufbau nicht.

Der dritte Fall betrifft Bauteile, die zwar zum Produkt gehören, aber nicht zur Kernkompetenz. Ein Maschinenrahmen ist selten das, woran ein Hersteller sich messen lassen will. Die Konstruktion bleibt im Haus, die Fertigung geht raus.

Wann sie sich nicht rechnet

Bei Bauteilen, die ständig geändert werden, wird Lohnfertigung schnell teuer. Jede Änderung läuft über eine Zeichnung, eine Rückfrage und eine Angebotsanpassung. Wo intern kurz jemand vorbeigeht und die Sache klärt, entsteht extern ein Vorgang.

Ähnlich sieht es aus, wenn das Bauteil sicherheitskritisch ist und die Abstimmung eng bleiben muss, oder wenn die Stückzahl so klein ist, dass Rüst- und Vorrichtungskosten den Preis dominieren. In diesen Fällen lohnt sich vorab eine ehrliche Rechnung statt einer schnellen Vergabe.

Was in eine Anfrage gehört

Ein belastbares Angebot braucht mehr als eine Zeichnung. Konkret: die technische Zeichnung mit allen Maßen und Toleranzen, den gewünschten Werkstoff, die Stückzahl, den Liefertermin und die Angabe, ob es sich um ein tragendes Bauteil handelt. Wenn Schweißnähte vorkommen, gehören die Anforderungen an die Nahtqualität dazu.

Was in der Praxis am häufigsten fehlt, sind Toleranzangaben und die Information, wie das Bauteil später verbaut wird. Beides bestimmt, wie aufwendig die Fertigung wird. Ohne diese Angaben kalkuliert ein Fertiger entweder mit Sicherheitsaufschlag, oder es gibt später Diskussionen.

Zertifizierung bei tragenden Bauteilen

Sobald ein Bauteil Lasten aufnimmt, wird die Zertifizierung des Fertigers relevant. Für Stahltragwerke regelt die EN 1090 die Ausführung. Die Norm kennt vier Ausführungsklassen, EXC1 bis EXC4, die sich danach richten, welche Folgen ein Versagen des Bauteils hätte.

Für die meisten tragenden Konstruktionen im Maschinen- und Anlagenbau ist EXC2 die passende Klasse. Hinter einer Zertifizierung stehen geprüfte Anforderungen an Schweißaufsicht, Qualifikation des Schweißpersonals und eine werkseigene Produktionskontrolle. Fragen Sie danach, bevor Sie vergeben, nicht danach.

Wo der Auftrag endet

Der Punkt, an dem es am häufigsten hakt, ist der Umfang. Viele Fertigungsbetriebe liefern das Bauteil roh, also geschweißt und mechanisch bearbeitet, aber ohne Oberflächenbehandlung. Strahlen, Grundieren, Lackieren und Verzinken laufen dann über Dritte.

In der Branche ist das üblich, weil diese Schritte eigene Anlagen und Genehmigungen erfordern. Wichtig ist, dass Sie es vor der Terminplanung wissen. Ein Bauteil, das noch zwei Wochen beim Verzinker liegt, ist nicht am vereinbarten Liefertag bei Ihnen.

Klären Sie außerdem, wer die Anlieferung übernimmt, wer bei Bedarf montiert und wie mit Nacharbeit umgegangen wird. Diese Punkte kosten im Angebot fünf Minuten und im Streitfall mehrere Wochen.

Wie wir arbeiten

Wir konstruieren, fertigen und montieren Stahl- und Edelstahlkonstruktionen. Geschweißt wird überwiegend mit MAG und WIG, dazu mit Elektrode, wenn es die Bauteilsituation erfordert. Unsere Schweißfertigung ist nach EN 1090 in der Ausführungsklasse EXC2 zertifiziert, für tragende Bauteile können wir den entsprechenden Nachweis liefern.

Die Oberflächenbehandlung übernehmen wir nicht selbst, dafür arbeiten wir mit spezialisierten Betrieben zusammen. Das sagen wir vorab, damit Sie es in Ihrer Terminplanung berücksichtigen können.

Wenn Sie ein konkretes Bauteil vor sich haben, schicken Sie uns die Zeichnung. Wir sagen Ihnen, ob wir der passende Partner sind, und wenn nicht, woran es liegt.

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