Sondermaschinen und Anlagen in Edelstahl, konstruiert für tausende Reinigungszyklen statt für den Prospekt.
Edelstahl ist im Anlagenbau für Lebensmittel der Standardwerkstoff, aber der Begriff ist nur ein Sammelbegriff. In der Praxis entscheiden Werkstoffnummer, Oberflächengüte und Schweißnähte darüber, ob eine Anlage zehn Jahre problemlos läuft.
Für lebensmittelberührende Bereiche verwenden wir in der Regel den austenitischen Chrom-Nickel-Stahl 1.4301 oder, wenn aggressive Reinigungsmittel oder Chloride im Spiel sind, den molybdän-legierten 1.4404.
Mindestens so wichtig ist die Oberflächengüte. Eine geschliffene Oberfläche mit einem Ra-Wert unter 0,8 Mikrometer gilt im Hygienic Design als Standard für produktberührte Flächen, in sehr sensiblen Anwendungen gehen wir darunter.
Hygienic Design wird häufig mit glänzendem Edelstahl verwechselt. Es ist aber eine durchgängige Konstruktionsregel: Jede Ecke, jede Verschraubung und jede Lagerstelle wird so geplant, dass sich keine Produktreste oder Reinigungsmedien festsetzen können.
Praktisch heißt das keine waagerechten Flächen ohne ausreichendes Gefälle, keine Kanten mit weniger als drei Millimeter Radius, keine toten Räume in Rohrleitungen und keine Schraubverbindungen im Produktbereich, wo sie sich vermeiden lassen.
Eine Anlage, die diese Regeln nicht durchgängig erfüllt, hat in jedem Audit eine offene Flanke. Das ist nicht nur ein hygienisches, sondern auch ein wirtschaftliches Risiko.
EHEDG ist der europäische Standard für hygienegerechte Konstruktion und deckt Komponenten, Anlagenteile und ganze Produktionslinien ab. Wo möglich, setzen wir EHEDG-zertifizierte Komponenten ein.
FDA-Konformität betrifft die Werkstoffe selbst und wird relevant, sobald in die USA geliefert oder für einen Kunden mit US-Bezug produziert wird. 3-A stammt aus der amerikanischen Molkereitechnik und taucht vor allem bei milchverarbeitenden Anlagen auf.
Welche dieser Anforderungen tatsächlich gelten, hängt am Produkt und am Markt, nicht an der Maschine. Deshalb klären wir das früh, nicht erst in der Konstruktion.
Aus dem Sondermaschinenbau kommen Käsereibeanlagen, Gebindeentleerungen und Vereinzelungen. Aus der Fördertechnik Mattenbänder mit Edelstahl- oder Kunststoffgliedern, die sich reinigen lassen, dazu Rollenbahnen und Kettenförderer für Gebinde. Am Ende der Linie stehen Palettierung, Folienschrumpfung und Verdeckelung.
Weil Konstruktion, Stahlbau, Montage und Inbetriebnahme im Haus liegen, laufen Werkstoffwahl und Schweißausführung nicht über eine Lieferkette. Die Oberflächenbehandlung ist die Ausnahme: Veredelung und Verzinken geben wir an Partnerbetriebe.
In der Regel 1.4301, bei aggressiven Reinigungsmitteln oder Chloriden den molybdän-legierten 1.4404. Welcher Werkstoff passt, hängt am Produkt, am Reinigungsregime und an der Umgebung. Das klären wir vor der Konstruktion, weil sich eine Werkstoffentscheidung später nur mit erheblichem Aufwand korrigieren lässt.
Wir orientieren uns an den EHEDG-Guidelines und setzen, wo möglich, EHEDG-zertifizierte Komponenten ein. Eine Zertifizierung einer kompletten Anlage ist ein eigener Vorgang mit der EHEDG selbst und wird projektbezogen entschieden. Für die Fertigung von Stahlbau und Schweißbaugruppen sind wir nach EN 1090, Ausführungsklasse EXC2 zertifiziert.
Ein Ra-Wert unter 0,8 Mikrometer gilt im Hygienic Design als Standard für produktberührte Flächen. In sehr sensiblen Anwendungen, etwa in sterilen Bereichen, gehen wir darunter. Entscheidend ist dabei nicht nur der Wert, sondern dass er über Schweißnähte und Übergänge hinweg gehalten wird.
Ja, sofern Übergabepunkte, Taktzeiten und Reinigungsregime abgestimmt sind. In der Praxis ist die Übergabe zwischen alter und neuer Anlage der kritische Punkt, nicht die neue Anlage selbst. Wir prüfen das vor Ort und legen die Konstruktion entsprechend aus.