Tomasic Engineering

Anlagenbau für die Lebensmittelindustrie

Sondermaschinen und Anlagen in Edelstahl, konstruiert für tausende Reinigungszyklen statt für den Prospekt.

Was Anlagenbau für die Lebensmittelindustrie verlangt

Eine Sondermaschine für die Lebensmittelindustrie ist mehr als eine angepasste Standardanlage. Sie muss reinigbar sein, sie muss kontaminationsfrei produzieren und sie muss tausenden Reinigungszyklen mit aggressiven Mitteln standhalten. Das entscheidet sich nicht bei der Endabnahme, sondern bei der Werkstoffwahl und in der Konstruktion. Wir bauen seit über 30 Jahren Sondermaschinen, ein großer Teil davon für diese Branche.
Käsereibeanlage von Tomasic aus Edelstahl

Werkstoff und Oberfläche

Edelstahl ist im Anlagenbau für Lebensmittel der Standardwerkstoff, aber der Begriff ist nur ein Sammelbegriff. In der Praxis entscheiden Werkstoffnummer, Oberflächengüte und Schweißnähte darüber, ob eine Anlage zehn Jahre problemlos läuft.

Für lebensmittelberührende Bereiche verwenden wir in der Regel den austenitischen Chrom-Nickel-Stahl 1.4301 oder, wenn aggressive Reinigungsmittel oder Chloride im Spiel sind, den molybdän-legierten 1.4404.

Mindestens so wichtig ist die Oberflächengüte. Eine geschliffene Oberfläche mit einem Ra-Wert unter 0,8 Mikrometer gilt im Hygienic Design als Standard für produktberührte Flächen, in sehr sensiblen Anwendungen gehen wir darunter.

Hygienic Design ist Konstruktion, nicht Kosmetik

Hygienic Design wird häufig mit glänzendem Edelstahl verwechselt. Es ist aber eine durchgängige Konstruktionsregel: Jede Ecke, jede Verschraubung und jede Lagerstelle wird so geplant, dass sich keine Produktreste oder Reinigungsmedien festsetzen können.

Praktisch heißt das keine waagerechten Flächen ohne ausreichendes Gefälle, keine Kanten mit weniger als drei Millimeter Radius, keine toten Räume in Rohrleitungen und keine Schraubverbindungen im Produktbereich, wo sie sich vermeiden lassen.

Eine Anlage, die diese Regeln nicht durchgängig erfüllt, hat in jedem Audit eine offene Flanke. Das ist nicht nur ein hygienisches, sondern auch ein wirtschaftliches Risiko.

EHEDG, FDA und 3-A: wann was zählt

EHEDG ist der europäische Standard für hygienegerechte Konstruktion und deckt Komponenten, Anlagenteile und ganze Produktionslinien ab. Wo möglich, setzen wir EHEDG-zertifizierte Komponenten ein.

FDA-Konformität betrifft die Werkstoffe selbst und wird relevant, sobald in die USA geliefert oder für einen Kunden mit US-Bezug produziert wird. 3-A stammt aus der amerikanischen Molkereitechnik und taucht vor allem bei milchverarbeitenden Anlagen auf.

Welche dieser Anforderungen tatsächlich gelten, hängt am Produkt und am Markt, nicht an der Maschine. Deshalb klären wir das früh, nicht erst in der Konstruktion.

Was wir für die Lebensmittelindustrie bauen

Aus dem Sondermaschinenbau kommen Käsereibeanlagen, Gebindeentleerungen und Vereinzelungen. Aus der Fördertechnik Mattenbänder mit Edelstahl- oder Kunststoffgliedern, die sich reinigen lassen, dazu Rollenbahnen und Kettenförderer für Gebinde. Am Ende der Linie stehen Palettierung, Folienschrumpfung und Verdeckelung.

Weil Konstruktion, Stahlbau, Montage und Inbetriebnahme im Haus liegen, laufen Werkstoffwahl und Schweißausführung nicht über eine Lieferkette. Die Oberflächenbehandlung ist die Ausnahme: Veredelung und Verzinken geben wir an Partnerbetriebe.

Häufige Fragen zum Anlagenbau für die Lebensmittelindustrie

Welchen Edelstahl setzen Sie für lebensmittelberührende Bereiche ein?

In der Regel 1.4301, bei aggressiven Reinigungsmitteln oder Chloriden den molybdän-legierten 1.4404. Welcher Werkstoff passt, hängt am Produkt, am Reinigungsregime und an der Umgebung. Das klären wir vor der Konstruktion, weil sich eine Werkstoffentscheidung später nur mit erheblichem Aufwand korrigieren lässt.

Ist Tomasic EHEDG-zertifiziert?

Wir orientieren uns an den EHEDG-Guidelines und setzen, wo möglich, EHEDG-zertifizierte Komponenten ein. Eine Zertifizierung einer kompletten Anlage ist ein eigener Vorgang mit der EHEDG selbst und wird projektbezogen entschieden. Für die Fertigung von Stahlbau und Schweißbaugruppen sind wir nach EN 1090, Ausführungsklasse EXC2 zertifiziert.

Welche Oberflächengüte ist für produktberührte Flächen üblich?

Ein Ra-Wert unter 0,8 Mikrometer gilt im Hygienic Design als Standard für produktberührte Flächen. In sehr sensiblen Anwendungen, etwa in sterilen Bereichen, gehen wir darunter. Entscheidend ist dabei nicht nur der Wert, sondern dass er über Schweißnähte und Übergänge hinweg gehalten wird.

Können bestehende Linien um eine Edelstahlanlage ergänzt werden?

Ja, sofern Übergabepunkte, Taktzeiten und Reinigungsregime abgestimmt sind. In der Praxis ist die Übergabe zwischen alter und neuer Anlage der kritische Punkt, nicht die neue Anlage selbst. Wir prüfen das vor Ort und legen die Konstruktion entsprechend aus.