Tomasic Engineering
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Rollenförderer: Bauarten, Antrieb und Auslegung

Veröffentlicht am 13. Oktober 2026

Rollenförderer in einer Tomasic-Anlage

Ein Rollenförderer, oft auch Rollenbahn genannt, transportiert Stückgut auf hintereinander angeordneten Tragrollen. Er braucht Fördergut mit einer tragfähigen, ebenen Unterseite: Paletten, Kisten, Kartons oder Werkstückträger. Je nach Bauart bewegt die Schwerkraft das Fördergut oder ein Antrieb.

Wie ein Rollenförderer aufgebaut ist

Zwei Seitenprofile bilden den Rahmen. Dazwischen sitzen die Tragrollen auf Achsen, getragen von Stützen, deren Höhe sich an die Übergabehöhe der angrenzenden Stationen anpassen lässt. Drei Größen bestimmen den Charakter einer Rollenbahn: der Rollendurchmesser, der Abstand der Rollen zueinander, die sogenannte Rollenteilung, und der Rollenwerkstoff, meist verzinkter Stahl, Edelstahl oder Kunststoff.

Die Schwerkraftrollenbahn

Die Schwerkraftrollenbahn kommt ohne eigenen Antrieb aus. Sie ist mit leichtem Gefälle montiert, und das Fördergut rollt von selbst. Das macht sie wartungsarm und günstig in der Anschaffung. Typische Einsätze sind Pufferstrecken und der manuelle oder halbautomatische Warenfluss, etwa in der Kommissionierung.

Das richtige Gefälle hängt vom Fördergut ab. Leichte Kartons bleiben bei zu geringer Neigung stehen, schwere Paletten nehmen bei zu starker Neigung Fahrt auf. Bei schwerem Fördergut gehören deshalb Bremsrollen in die Strecke, die die Geschwindigkeit begrenzen, und am Ende ein Anschlag.

Die angetriebene Rollenbahn

Eine angetriebene Rollenbahn bewegt das Fördergut über einen Motor. Sie ist die Wahl, wenn der Materialfluss getaktet sein soll, wenn Ware an einer bestimmten Position anhalten muss oder mit definierter Geschwindigkeit weiterlaufen soll.

Für die Kraftübertragung gibt es drei verbreitete Lösungen. Beim Rollenkettenantrieb sind die Rollen über Kettenräder miteinander verbunden. Er überträgt hohe Kräfte und ist die übliche Lösung für Paletten. Riemenantriebe über Zahn- oder Rundriemen laufen leiser und passen zu leichterem Fördergut. Beim Trommelmotor sitzt der Antrieb in einer der Rollen selbst. Das spart Bauraum und macht einzelne Abschnitte unabhängig voneinander steuerbar.

Staubetrieb: mit oder ohne Staudruck

Oft soll sich Ware vor einer Station sammeln. Läuft der Antrieb unter stehender Ware einfach weiter, drücken die nachfolgenden Teile auf die vorderen. Bei robusten Kisten ist das hinnehmbar, bei empfindlichem Fördergut oder schweren Paletten nicht.

Zwei Ansätze verhindern das. Friktionsrollen haben eine Rutschkupplung und drehen unter stehender Ware nur mit geringer Kraft weiter. Bei der staudrucklosen Bahn ist die Strecke in Zonen geteilt, und ein Sensor stoppt eine Zone, sobald die nächste belegt ist. Die zweite Lösung ist aufwendiger, lässt aber auch schwere Paletten ohne Berührung auflaufen.

Weichen, Drehstationen und Übergaben

Eine Rollenbahn steht selten allein. Mit Weichen, Drehstationen und Vereinzelungen wird sie Teil einer durchgehenden Förderstrecke. Muss eine Palette quer zur Laufrichtung weiter, übernimmt häufig ein Kettenförderer die Querförderung, weil die Palette auf den Kufen in der anderen Richtung nicht sauber über die Rollen läuft.

Grenzen

Sehr kleine, instabile oder lose Teile ohne tragfähige Standfläche lassen sich auf einer Rollenbahn nur bedingt fördern, ebenso empfindliche Produkte ohne stabile Verpackung. Auch Säcke und weiche Gebinde hängen zwischen den Rollen durch. In diesen Fällen ist ein Gurtförderer meist die bessere Wahl.

Was die Auslegung bestimmt

Am Anfang steht das schwerste Fördergut und seine Unterseite. Als Faustregel sollte es immer auf mindestens drei Rollen gleichzeitig aufliegen. Daraus ergibt sich die Rollenteilung. Die Last je Rolle folgt aus dem Gewicht, verteilt auf die tragenden Rollen, plus einer Reserve für Stöße, etwa wenn ein Stapler eine Palette absetzt. Die Breite richtet sich nach dem Fördergut zuzüglich Spiel und Seitenführung.

Bei Paletten entscheidet zusätzlich die Lage der Kufen. Sie müssen quer zu den Rollen liegen, sonst läuft die Palette nicht sicher. Bei angetriebenen Bahnen kommen Fördergeschwindigkeit, Beschleunigung und die Zahl der gleichzeitig bewegten Teile hinzu, aus denen sich die Antriebsleistung ergibt.

Was in eine Anfrage gehört

Für eine belastbare Auslegung braucht es Abmessungen, Gewicht und Unterseite des Förderguts, bei Paletten den Typ und die Kufenrichtung, die Förderlänge und Übergabehöhen, den gewünschten Takt oder die Geschwindigkeit, die Angabe, ob gestaut werden soll, und die Umgebungsbedingungen. Wer außerdem weiß, welche Stationen angeschlossen werden, spart eine Abstimmungsrunde.

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